AD(H)S IM ERWACHSENENALTER [Ablauf der klinisch-psychologischen Testung]
Aktualisiert: 31. Aug.

AD(H)S im Erwachsenenalter – adulte AD(H)S
AD(H)S wird häufig noch immer vor allem mit unruhigen oder impulsiven Kindern in Verbindung gebracht. Tatsächlich kann die Störung jedoch bis ins Erwachsenenalter fortbestehen und sich dort teilweise anders zeigen.
AD(H)S ist durch drei Kernbereiche gekennzeichnet:
1. Unaufmerksamkeit
2. Hyperaktivität
3. Impulsivität
Während eine ausgeprägte körperliche Hyperaktivität im Erwachsenenalter häufig weniger offensichtlich ist, berichten viele Betroffene von innerer Unruhe, Rastlosigkeit oder dem Gefühl, ständig „unter Strom“ zu stehen. Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Konzentration und Selbstorganisation bleiben dagegen häufig deutlich bestehen.
Typisch können beispielsweise eine hohe Ablenkbarkeit, häufiges Aufschieben, Vergesslichkeit, Schwierigkeiten beim Planen und Strukturieren oder das Gefühl sein, für alltägliche Anforderungen unverhältnismäßig viel Energie aufbringen zu müssen.
Gleichzeitig können sich Erwachsene mit AD(H)S bei besonders interessanten oder stimulierenden Tätigkeiten teilweise sehr lange und intensiv konzentrieren. Ein solcher Hyperfokus steht nicht grundsätzlich im Widerspruch zu einer AD(H)S.
AD(H)S zeigt sich nicht bei jedem Menschen gleich
Entscheidend für eine diagnostische Beurteilung ist nicht das Vorliegen einzelner Symptome. Viele typische AD(H)S-Beschwerden kommen zeitweise auch bei Menschen ohne AD(H)S vor.
Für die Diagnostik ist daher insbesondere relevant,
ob charakteristische Symptome bereits in Kindheit und Jugend bestanden haben,
ob sie sich über die weitere Lebensspanne nachvollziehen lassen,
ob relevante Beeinträchtigungen im beruflichen, privaten oder sozialen Alltag bestehen und
ob andere psychische oder medizinische Ursachen die Beschwerden besser erklären können.
Gerade bei Erwachsenen kann sich eine AD(H)S hinter über Jahre entwickelten Bewältigungsstrategien verbergen. Manche Betroffene funktionieren nach außen gut, benötigen dafür jedoch ein hohes Maß an Struktur, Kontrolle und persönlicher Anstrengung.
Warum eine sorgfältige Differenzialdiagnostik unverzichtbar ist
Konzentrationsprobleme, Erschöpfung, innere Unruhe oder Schwierigkeiten mit der Selbstorganisation sind nicht spezifisch für AD(H)S.
Ähnliche Beschwerden können beispielsweise im Zusammenhang mit depressiven Störungen, Angststörungen, Schlafproblemen, Zwangssymptomen, Persönlichkeitsfaktoren oder Substanzkonsum auftreten. Gleichzeitig können solche Erkrankungen zusätzlich zu einer AD(H)S bestehen.
Eine fundierte Diagnostik beantwortet deshalb nicht nur die Frage „Liegt eine AD(H)S vor?“, sondern berücksichtigt auch, wie sich die bestehenden Beschwerden insgesamt erklären lassen und ob relevante Begleitstörungen oder alternative Erklärungen vorliegen.
Wie wird AD(H)S im Erwachsenenalter diagnostiziert?
Eine zuverlässige Diagnose ergibt sich nicht aus einem einzelnen Fragebogen oder einem einzelnen Aufmerksamkeitstest. Entscheidend ist die Zusammenschau unterschiedlicher diagnostischer Informationsquellen.
In meiner Praxis umfasst die vollständige klinisch-psychologische AD(H)S-Diagnostik folgende Bereiche:
1. Anamnese und klinisch-psychologische Exploration
Ausführliche Erhebung der persönlichen Entwicklung und der Symptomatik über die gesamte Lebensspanne.
2. Selbstbeurteilung
Standardisierte Verfahren zur Erfassung aktueller AD(H)S-Symptome sowie retrospektiver Hinweise auf Symptome in der Kindheit.
3. Fremdbeurteilung
Soweit möglich werden ergänzende Einschätzungen von Bezugspersonen zur aktuellen Symptomatik und/oder zur Kindheit einbezogen.
4. Neuropsychologische und kognitive Diagnostik
Untersuchung relevanter Aufmerksamkeitsfunktionen, der Impulskontrolle sowie kognitiver Basisleistungen.
5. Komorbiditäts- und Differenzialdiagnostik
Systematische Abklärung möglicher psychischer Begleiterkrankungen und anderer Erklärungen für die bestehende Symptomatik.
Die diagnostische Gesamtbeurteilung erfolgt unter Berücksichtigung der ICD-10/ICD-11 sowie der aktuellen AD(H)S-S3-Leitlinie.
Was können Sie zur Diagnostik beitragen?
Für die Beurteilung der Entwicklung während Kindheit und Jugend können frühere Unterlagen hilfreich sein. Dazu gehören insbesondere:
Volksschulzeugnisse und andere Schulzeugnisse mit schriftlichen Beurteilungen
schulpsychologische, psychologische, psychiatrische oder medizinische Vorbefunde
sonstige Unterlagen, die Hinweise auf die Entwicklung während Kindheit und Jugend geben
Informationen über bereits bekannte AD(H)S-Diagnosen innerhalb der Familie
Auch Informationen von Eltern oder anderen Personen, die Sie bereits während Ihrer Kindheit kannten, können wertvolle zusätzliche Hinweise liefern.
Sind solche Unterlagen oder Fremdbeurteilungen nicht verfügbar, schließt dies eine AD(H)S-Diagnostik nicht grundsätzlich aus.
Wie umfangreich ist die Diagnostik?
Eine sorgfältige AD(H)S-Abklärung besteht nicht nur aus der Zeit, die Sie persönlich in der Praxis verbringen.
Zur diagnostischen Gesamtleistung gehören neben den persönlichen Untersuchungsterminen auch die Vor- und Nachbereitung, Auswertung und Interpretation der klinisch-psychologischen Testverfahren, Integration sämtlicher Untersuchungsergebnisse, diagnostische Gesamtbeurteilung sowie die Erstellung des ausführlichen schriftlichen Befundes.
Der gesamte diagnostische Arbeitsaufwand beträgt in der Regel ca. 300–350 Minuten.
Die Diagnostik verteilt sich üblicherweise auf 4 Termine sowie die erforderliche Vor- und Nachbereitung und Befunderstellung. Nach individueller Absprache können einzelne Termine auch zu längeren Untersuchungseinheiten zusammengefasst werden.
Was erhalten Sie nach Abschluss der Diagnostik?
Sie erhalten einen ausführlichen schriftlichen klinisch-psychologischen Befund (ca. 15–20 Seiten) mit diagnostischer Einordnung nach ICD-10/ICD-11, Integration der anamnestischen und klinisch-psychologischen Untersuchungsergebnisse, differenzialdiagnostischer Beurteilung sowie konkreten Empfehlungen für das weitere Vorgehen.
Die Ergebnisse werden im Rahmen eines persönlichen Befundgesprächs ausführlich und verständlich besprochen.
Kosten der vollständigen AD(H)S-Diagnostik
Gesamtkosten: € 995,–
Die Gesamtkosten umfassen die klinisch-psychologische Exploration und Anamnese, die erforderliche klinisch-psychologische Testdiagnostik, Auswertung und Befundintegration, die Erstellung des ausführlichen schriftlichen Befundes sowie die abschließende Befundbesprechung.
Wann ist der klinisch-psychologische Befund fertig?
Sie erhalten den klinisch-psychologischen Befund nach ICD-10/ICD-11 und unter Berücksichtigung der aktuellen AD(H)S-S3-Leitlinie. Dieser beinhaltet die Integration der anamnestischen Angaben und klinisch-psychologischen Testergebnisse, eine diagnostische Gesamtbeurteilung sowie Empfehlungen für das weitere Vorgehen.
Der Befund wird in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach Abschluss der Diagnostik fertiggestellt.
Kostenübernahme und Refundierung
BITTE BEACHTEN SIE: Die klinisch-psychologische Diagnostik erfolgt in meiner Praxis als Privatleistung.
Eine Diagnostik zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse ist in meiner Privatpraxis nicht möglich. Ob und in welcher Höhe eine teilweise Kostenerstattung bzw. Refundierung möglich ist, hängt vom jeweiligen Versicherungsträger und den individuellen Voraussetzungen ab.
Bitte informieren Sie sich vor Beginn der Diagnostik direkt bei Ihrem Versicherungsträger über eine mögliche Kostenübernahme.
Klarheit durch fundierte Diagnostik
Viele Erwachsene beschäftigen sich bereits lange mit der Frage, ob eine AD(H)S hinter ihren Schwierigkeiten stehen könnte. Online-Fragebögen, Erfahrungsberichte und Informationen in sozialen Medien können erste Anhaltspunkte geben – eine fachgerechte Diagnostik können sie jedoch nicht ersetzen.
Ziel der klinisch-psychologischen Diagnostik ist nicht, möglichst viele einzelne AD(H)S-Symptome zu bestätigen. Entscheidend ist vielmehr eine fundierte diagnostische Einordnung des individuellen Gesamtbildes.
✓ kompetent ✓ vertraulich ✓ wissenschaftlich erprobte Testverfahren
Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme!
Ihr Klinischer- und Gesundheitspsychologe
Herwig Schlögl



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