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  • Herwig Schlögl

BEHANDLUNG VON AD(H)S IM ERWACHSENENALTER



In diesem Artikel geht es um die Behandlungsmöglichkeiten von AD(H)S im Erwachsenenalter.


AD(H)S wird immer multimodal (meint verschiedene Methoden/Verfahren) behandelt.

Den wichtigsten Bereich nimmt die Aufklärung über AD(H)S ein. Dabei handelt es sich um die Psychoedukation. Aus meinen Erfahrungen sollte jede betroffene AD(H)S Person ein umfangreiches Wissen über das AD(H)S- Störungsbild aufweisen, um anschließend in eine Beratung oder ein Coaching überzugehen. In meiner Praxis nehme ich mir ausreichend Zeit, um sicherstellen zu können, dass mein Gegenüber alles Wichtige über AD(H)S verstanden hat. Erst wenn die letzte Frage gestellt wurde, gehe ich in die Behandlungsmöglichkeiten von AD(H)S über.


AD(H)S im Erwachsenenalter benötigt eine individuelle Behandlung. Es kann nicht mit dem kindlichen AD(H)S verglichen werden. Hinzu kommt noch, dass die erwachsene AD(H)S-Person möglicherweise, bzw. lt. Statistik mit einer hohen Wahrscheinlichkeit noch eine weitere psychische Beeinträchtigung | Störung aufweist.


Störungsspezifische Behandlung - Training

Die störungsspezifische Behandlung zielt darauf ab, die Selbstwahrnehmung der betroffenen Person zu sensibilisieren. Damit ist der Umgang mit sich selbst gemeint, ein persönlicher "Kompass". Dazu gehört das Erlernen oder Verbessern von Achtsamkeit, aber auch der Umgang mit stressigen Lebenssituationen. Das AD(H)S-Gehirn tickt anders! Nach und nach lerne ich Strategien, die für "mein Gehirn" zielführend/er sind.


Verhaltenstherapeutischer Ansatz

Der verhaltenstherapeutische Ansatz orientiert sich stark an die Verinnerlichung von Problemlöse-Strategien. Betroffene erhalten eine umfassende Information über AD(H)S. Denk- und Verhaltensmuster werden identifiziert (auch familiäre Muster) und in hilfreiche, bzw. weniger hilfreiche Skills gewertet. Neue Verhaltensweisen werden herausgearbeitet - um neue Ziele zu erreichen. AD(H)S kann sogar eine Hilfe sein, die Überaktivität in die Motivation umzuleiten. Außerdem besitzen AD(H)S-Personen eine ganze Menge Kreativität, das im Training eine große Ressource darstellen kann.


Medikamentöse Therapie

AD(H)S kann auch medikamentös behandelt werden. Verschiedene Medikamente können die Aufmerksamkeit verbessern, bzw. die innere Unruhe (Hyperaktivität) verringern. Am bekanntesten ist der Name Ritalin (Methylphenidat; kurz MPH), es besitzt eine stimulierende Wirkung. Auf diese Weise wird das Hormon Noradrenalin | Dopamin gesteigert, was sich günstig auf die Aufmerksamkeit auswirkt. Die Wissenschaft konnte die besten Ergebnisse in der Kombi-Behandlung (Coaching/Therapie und Medikamente) finden. Natürlich soll diese wichtige Entscheidung jeder selbst für sich treffen. Meine Intention ist es, lediglich aufzuzeigen, was Stand der Wissenschaft ist. Für weitere Informationen bezüglich Medikation empfehle ich eine/n FA od. FÄ für Psychiatrie aufzusuchen.


Entspannungs-Übungen

Viele AD(H)S Personen mit einer gesteigerten Impulsivität haben öfters Wutausbrüche und/oder verletzen andere Menschen, ohne es mitzubekommen. Hier können Entspannungsübungen entgegenwirken. Eine sehr gute Methode ist die progressive Muskelentspannung n. Jacobsen (kurz PMR), welche den ganzen Körper in einen Anspannungs- und Entspannungszustand versetzt. Bei regelmäßiger Anwendung berichten AD(H)S- Betroffene positive Ergebnisse. PMR wirkt sich wissenschaftlich erwiesen, auch positiv auf das Schlafverhalten aus.


Stimmungsschwankungen (Nebensymptom)

Viele Menschen mit AD(H)S leiden neben den Hauptsymptomen (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität) noch an weiteren, sogenannten Nebensymptomen. Gerade im Erwachsenenalter treten Nebensymptome (häufig wechselnde Stimmung; erhöhte Gereiztheit und Aggressivität; emotionale Instabilität; depressive und/oder ängstliche Symptome) sehr häufig auf.


Betroffene berichten außerdem über:

  • Planloses Verhalten (in der Arbeit | daheim)

  • erhöhtes Suchtverhalten (Alkohol | Nikotin | Koffein | Drogen - z.B. Cannabis)

  • Schlafstörungen

  • kaum Bewegung

Es sind daher nicht nur die AD(H)S-spezifischen Symptome in einer Therapie zu berücksichtigen, sondern auch zu einem nicht kleineren Teil, die Nebensymptome (Begleitstörungen).


Rituale | Struktur

Ein wichtiger Bereich ist die Schaffung von Ritualen. Sie geben Sicherheit und schaffen Struktur. Mithilfe von Arbeitsblättern wird im AD(H)S-Coaching auf diese und andere wichtigen Themen eigegangen. Rituale unterstützen Sie im Alltag.



Für Menschen mit AD(H)S ist ein gezieltes Coaching, bzw. eine klinisch-psychologische Behandlung | psychologische Therapie eine wichtige Maßnahme, um den Alltag gut meistern können.


Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme!


Ihr Psychologe

Herwig Schlögl


Klinischer Psychologe

Gesundheitspsychologe


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