URLAUB MIT ADHS - WIE GELINGT ERHOLUNG WIRKLICH?
- Herwig Schlögl
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Der Urlaub gilt für viele Menschen als die schönste Zeit des Jahres. Für Erwachsene mit ADHS kann er jedoch auch besondere Herausforderungen mit sich bringen. Gewohnte Strukturen fallen weg, Tagesabläufe verändern sich und der Wunsch, die freie Zeit möglichst intensiv zu nutzen, ist oft groß. Nicht selten entsteht das Gefühl, aus jedem Urlaubstag möglichst viel machen zu müssen. So kann selbst der Urlaub mehr Kraft kosten, als er eigentlich schenken sollte.
Erholung bedeutet nicht, möglichst viel zu erleben
Erholung bedeutet nicht, jeden Urlaubstag mit vielen Aktivitäten zu füllen. Gerade Menschen mit ADHS profitieren häufig von Momenten, in denen nichts geplant, organisiert oder erledigt werden muss. Oft sind es die einfachen, ruhigen Augenblicke, die neue Kraft schenken. Ein Spaziergang ohne Zeitdruck, ein gutes Buch, Zeit in der Natur oder ein entspanntes Gespräch können erholsamer sein als ein dicht gefülltes Urlaubsprogramm.
Den eigenen Bedürfnissen Raum geben
Viele Erwachsene mit ADHS erleben sich auch im Urlaub als innerlich aktiv. Neue Eindrücke, ungewohnte Umgebungen und zahlreiche Reize können bereichernd sein, gleichzeitig aber Aufmerksamkeit und Energie beanspruchen. Deshalb darf Erholung auch bedeuten, bewusst einen Gang zurückzuschalten und den eigenen Bedürfnissen Raum zu geben.
Eine kleine Frage kann dabei hilfreich sein:
„Was würde mir im Moment wirklich guttun?“
Diese Frage richtet den Blick weg von Erwartungen und dem Gefühl, ständig etwas erleben oder leisten zu müssen, hin zu den eigenen Bedürfnissen. Nicht selten sind es gerade die einfachen Momente – ein Kaffee in der Morgensonne, das Rauschen der Wellen, ein gutes Gespräch oder einige Minuten der Stille –, die am längsten in Erinnerung bleiben.
Ein gelungener Urlaub muss nicht perfekt sein. Manchmal genügt es, zur Ruhe zu kommen und sich die Erlaubnis zu geben, einfach einmal nichts leisten zu müssen.
Nicht die Anzahl der Erlebnisse entscheidet darüber, wie erholsam ein Urlaub ist, sondern ob es gelingt, neue Kraft zu schöpfen und wieder bei sich selbst anzukommen.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sommer und viele Momente der Ruhe, Gelassenheit und Freude – ganz so, wie sie zu Ihnen passen.
Herzlichst
Herwig Schlögl
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