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  • Herwig Schlögl

WELCHEN EINFLUSS HAT DIE CORONA-PANDEMIE AUF UNSEREN SCHLAF...? Spannende Ergebnisse!

Aktualisiert: 28. Sept. 2021


Wir sind bereits seit über eineinhalb Jahren mit dem Thema Covid-Pandemie konfrontiert...

Schon in Herrgottsfrüh auf den Weg zum Bäcker, sein Kipferl zu holen, ist das Thema präsent - und das zieht sich durch den ganzen Tag, mit Freund*innen oder Arbeitskolleg*innen, permanent geht es um Covid-19, das Thema ist allgegenwärtig...es hat sich in unseren Köpfen "eingenistet", man könnte es auch arg komisch beschreiben, es "wohnt" in uns, mit uns...


Eine Berufskollegin und Schlafforscherin, Dr. Brigitte Holzinger hat sich mit dem Thema "Corona-Pandemie und Schlaf" näher beschäftigt und konnte folgende Daten aus ihrer österreichischen Umfrage erheben:


Welche Auswirkungen hatte/hat die Covid-19-Pandemie auf unser Schlafverhalten?


✔ Der erste Lockdown wirkte sich lt. Angaben der Teilnehmer*innen sogar günstig auf den Schlaf und das Traumverhalten aus. Es wurde besser und länger geschlafen. Dadurch fühlten sich die Proband*innen tagsüber im Allgemeinen besser.


Erklärungsansatz:

Ein Großteil der Menschen dürfte vor der Covid-Pandemie ein Schlafdefizit gehabt haben und durch den Lockdown war plötzlich viel Zeit zur Verfügung. Dieser "Zeit-Luxus" wurde dafür genützt, Schlafdefizite zu minimieren. Seelische Vorgänge wurden/werden im alltäglichen Leben oft nicht "erkannt", bzw. "verstanden". Unsere Erlebnisse, werden im Traum verarbeitet.


Wie wirkt sich die Covid-Pandemie auf das Schlafverhalten von Kindern/Jugendlichen aus?


✔ Kinder und Jugendliche waren/sind ein Gruppe, die besonders stark von der Covid-Pandemie betroffen waren/sind. Durch den Lockdown waren die Sozialkontakte und körperlichen Aktivitäten bis auf ein Minimum heruntergefahren...und gerade Kinder/Jugendliche benötigen viel mehr Aktivitäten im Vergleich zu Erwachsenen, um am Abend "gesund müde" einzuschlafen.

Kinder/ Jugendliche waren/sind eine vulnerable Gruppe und stärker dem Risiko ausgesetzt Schlafstörungen zu entwickeln.


Schlafforscher und Leiter eines Schlafzentrums (Pfalzklinikum Klingenmünster), Dr. Hans Günter Weeß, der sich seit über mehr als 20 Jahren mit dem Schlaf und seinen Störungen beschäftigt, konnte folgenden Trend skizzieren (Quelle: tagesschau.de, 13.02.2021):


Es gibt erste Studien. Die genaue Datenlage ist noch unsicher, aber der Trend ist eindeutig. Danach haben Schlafprobleme zwischen 10 und 60 Prozent zugenommen.

Viele Menschen nehmen die Sorgen rund um Corona mit ins Bett. Sie können nicht abschalten, das Gedankenkarussel dreht sich und die Entspannung stellt sich nicht ein.

Ein- und Durchschlafprobleme sind die Folge. Es entsteht ein chronischer Schlafmangel.

Der Schlaf kann als wichtigstes Regenerations- und Reparaturprogramm des menschlichen Organismus seine Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen...


Viele Familien mit Kindern haben eine Doppelbelastung . mit Homeoffice und Homeschooling. Es gibt aber auch viele Menschen, die einsam sind. Da sie niemanden zum Reden haben, gibt es vermehrt, ängstliche, depressive Störungen. Und dann gibt es natürlich auch die Gruppe, die berufliche und sogar existentielle Sorgen haben...


Schlaf ist für den menschlichen Organismus die beste Medizin und so wichtig wie Essen und Trinken. Wer schlecht schläft, erhöht das Risiko für Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Auch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von psychischen Störungen erhöht sich. Weiterhin schwächt schon eine Nacht ohne Schlaf das Immunsystem deutlich. Wer nur über elf Tage weniger als fünf Stunden schläft, hat beispielsweise ein dreifach höheres Erkältungsrisiko. Auf Corona bezogen heißt das, dass das Ansteckungsrisiko ebenfalls steigt...



Was können Eltern, Alleinerzieher*innen tun, seinen Kindern möglichst positiv während einer Pandemie zur Seite zu stehen?


✔ Es ist sehr ratsam, mit den Kindern über das zu sprechen, was sie im Traum erlebt haben. Geben Sie dem Traum Ihres Kindes eine Gesicht, z.B. hat Ihr Kind über ein "gefährliches Monster" geträumt, dann lassen Sie Ihr Kind das Monster malen...

Merke: Ihr Kind lernt von Ihnen (Modell-Lernen), gehen Sie mit gutem Beispiel voran, dass der Schlaf keine Bestrafung ist...erklären Sie kindgerecht, welche Prozesse im Schlaf passieren...(z.B. beim Schlaf erholt sich der Körper und macht dich für den nächsten Morgen/Tag fit, dann wirst du morgen z.B. beim Fußballtraining ein tolle Leistung erzielen).

Einschlaf-Rituale (z.B. Geschichten vorlesen, Phantasie-Reisen, etc.), sind sehr zu empfehlen, da sie den Körper Ihres Kindes auf den Schlaf vorbereiten.


Was können Sie selbst tun, damit es Ihnen in der Covid-19 Pandemie besser geht...?


  1. Versuchen Sie nicht ständig nach neuen Informationen über die Pandemie zu suchen...

  2. Schwelgen Sie mit Ihrer Familie/Kindern in eine Zeit, die positiv für Sie war (z.B. letzte Urlaub-Fotos anschauen)...

  3. Schauen Sie mit Ihrer Familie/Kindern zusammen einen Kinderfilm oder ein Märchen an, das in Ihnen ein geborgenes, warmes Gefühl erzeugen lässt.

  4. Tauschen Sie sich mit anderen Eltern/Alleinerzieher*innen aus.


Sehr gerne, stehe ich Ihnen als Klinischer & Gesundheitspsychologe - auch rund um das Thema Covid-19 Pandemie | Schlafverhalten - zur Verfügung.










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